
Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt: Vitamine, Mineralstoffe, Omega-3-Kapseln, Proteinpulver oder Superfoods – die Auswahl ist riesig. Viele Menschen greifen zu Supplements in der Hoffnung auf mehr Energie, ein stärkeres Immun-system oder bessere sportliche Leistung. Doch braucht man diese Präparate wirklich? Und welche Risiken sind zu beachten?
In diesem Beitrag erfährst du, worauf es beim Thema Supplements wirklich ankommt.
Was sind Supplements überhaupt?
Supplements (Nahrungsergänzungsmittel) sind Produkte, die Nährstoffe oder andere bioaktive Substanzen in konzentrierter Form enthalten. Dazu zählen unter anderem:
- Vitamine (z. B. Vitamin C, D, B12)
- Mineralstoffe (z. B. Magnesium, Eisen, Zink)
- Proteine und Aminosäuren
- Pflanzliche Extrakte (z. B. Ginseng, Kurkuma, Grüntee)
- Fettsäuren (z. B. Omega-3 aus Fisch- oder Algenöl)
Sie sind frei verkäuflich und sollen eine normale Ernährung ergänzen – jedoch nicht ersetzen.
Wann sind Supplements sinnvoll?
- Nachgewiesener Nährstoffmangel
Wenn ein Arzt oder eine Ärztin anhand von Blutwerten einen Mangel feststellt, können Supplements gezielt helfen. Beispiele:
👉 Vitamin D im Winter
👉 Eisen bei Eisenmangelanämie
👉 Vitamin B12 für Veganer - Besondere Lebenssituationen
👉 Schwangere: brauchen oft zusätzlich Folsäure und ggf. Eisen.
👉 Ältere Menschen: haben häufiger Vitamin-D- oder B12-Mangel.
👉 Leistungssportler: können von Proteinpulver oder Mineralstoffen profitieren. - Eingeschränkte Ernährung
Wer sich rein pflanzlich ernährt, sollte z. B. auf Vitamin B12 und Omega-3 achten.
Wann sind Supplements überflüssig – oder sogar riskant?
- Bei ausgewogener Ernährung: Wer abwechslungsreich isst, deckt in der Regel seinen Nährstoffbedarf.
- Überdosierung: “Mehr ist besser” gilt hier nicht. Zu viel Vitamin A oder Eisen kann sogar gesundheitsschädlich sein.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten: Zum Beispiel kann Johanniskraut die Wirkung der Antibabypille oder Blutverdünner beeinträchtigen.
- Unklare Qualität: Nahrungsergänzungsmittel unterliegen weniger strengen Kontrollen als Medikamente. Es gibt immer wieder Berichte über Verunreinigungen oder falsche Dosierungen.
Tipps für den sicheren Umgang mit Supplements
- Medizinische Beratung einholen – vor allem bei bestehenden Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme.
- Blutwerte checken lassen, bevor man eigenständig hoch dosierte Präparate einnimmt.
- Qualität beachten – nur Produkte von seriösen Herstellern kaufen (z. B. mit Siegeln wie GMP oder ISO).
- Auf Dosierung achten – sich an die empfohlenen Tagesmengen halten.
- Lebensstil nicht vergessen – Supplements können eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel oder Stress nicht ausgleichen.
Häufige Mythen rund um Supplements
- „Vitamine machen automatisch gesünder.“ → Nicht, wenn kein Mangel vorliegt. Überdosierungen können schaden.
- „Natürliche Präparate sind immer ungefährlich.“ → Auch pflanzliche Mittel haben Nebenwirkungen.
- „Alle brauchen Vitaminpräparate.“ → Die meisten Menschen decken ihren Bedarf über eine normale Ernährung.
Fazit
Supplements können in bestimmten Situationen nützlich sein – etwa bei nachgewiesenem Mangel, besonderen Lebensphasen oder speziellen Ernährungsweisen. Doch sie sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung und einen ausgewogenen Lebensstil.
Die wichtigste Regel lautet: Nicht blind konsumieren, sondern informiert entscheiden – im besten Fall gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal.
